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Der "Golf- und Landclub Bergkramerhof" plant mittelfristig die Vergrößerung der Anlage im Bereich des Ernst-Wiechert-Weges. Nachdem der bestehende Golfplatz bereits den kompletten Bereich oberhalb des Bergwalds und damit unser nächstgelegenes Naherholungsgebiet in Anspruch nimmt (s.oben), fragt es sich, warum dieser Moloch auch noch den letzten vom Kathi-Kobus-Steig erreichbaren Spazierweg mit Beschlag belegen muß.

In den Medien wurde berichtet, daß dazu eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich ist, die der Bauausschuss wie üblich ohne Vorbehalte abgenickt hat. Aus diesem Grund habe ich vor der entsprechenden Stadtratssitzung einen Leser- und offenen Brief an die SZ und den Stadtrat geschrieben (s.oben links). Ergebnis der Sitzung: der Stadtrat hat "keine grundsätzlichen Einwände" gegen die Änderung, die laut Baugesetzbuch nur zulässig ist, wenn sie "notwendig" (!!!) ist und einem "Bedürfnis der Gemeinde" entspricht.

Nach meinem Verständnis erfüllt nicht einmal der bestehende Golfplatz, geschweige denn die Erweiterung diese Voraussetzungen. Dennoch sieht der Stadtrat wie üblich keinen Grund, den Bürgerinteressen Vorrang vor denjenigen von Spekulanten einzuräumen.

Damit wird die derzeit noch friedliche Fläche hinter dem Ernst-Wiechert-Weg wohl irgendwann einmal dem Golfplatz angegliedert, und man muß auch dort "zügig" zwischen den umherdreschenden "Spielern" hindurchgehen (wenn der Weg überhaupt benutzbar bleibt).

Wenn man Kritik am Golfplatz äußert, wird man meistens darauf hingewiesen, daß der Golfplatz ökologisch besser sei als die landwirtschaftliche Nutzung. Auf den ersten Blick mag das zutreffen (wenn man davon absieht, daß die Spieler mit dem "Kleinwagen" her fahren und wir zur Erholung woanders hin), und keiner merkt, was der Politiker-Ausspruch "ein Golfplatz ist allemal schöner als ein Maisfeld" tatsächlich bedeutet: es ist nichts weniger als der Offenbarungseid nach der praktischen Umsetzung des (leider in Vergessenheit geratenen) Sprichworts: "den Teufel mit dem Beelzebub austreiben". Das Maisfeld ist schließlich nicht aus dem Weltraum gefallen, es ist vielmehr Ergebnis einer ernährungs-, - landwirtschafts- und erziehungspolitischen Fehlentwicklung. Hätte man weniger mit unsinnigen Slogans wie "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" (einige der größten und stärksten und uns am nächsten verwandten Säugetiere ernähren sich ausschließlich vegetarisch) dazu beigetragen, uns zu einer Nation von vernunftresistenten, ernährungsgeschädigten Fleischfressern zu machen, hätte man die tatsächlich "notwendigen" Schweine (und Kühe) genauso gut so ernähren können, wie sie früher ernährt wurden. Das Schwein, das zu meiner Erstkommunion von unserer ländlichen Verwandtschaft geschlachtet wurde (ich gestehe es), hat nie ein Maiskorn gesehen (und schmeckte auch nicht danach). Für die aus dieser politisch gesteuerten Fehlentwicklung resultierenden Turboschweine und -kühe braucht man allerdings Maisfelder (am besten Genmaisfelder). Am Maisfeld sind also die Politiker schuld, die uns jetzt den Golfplatz andienern wollen. Nachdem ersteres einem in der bayerischen Landschaft gehörig auf den Geist gegangen war und in der Landwirtschaft ohnehin nicht mehr alles so schön lief, wie man es sich vorgestellt hatte, stieß man - oh Glück! - auf den Golfplatz. So konnte man wunderschön ein Übel mit einem anderen beseitigen, wobei das neue den Vorteil hatte, daß man es den dummen Bürgern leichter verkaufen konnte als das alte. Wer mag schließlich nicht diese schönen, aus einer Modelleisenbahnlandschaft entsprungenen Rasenteppichflächen mit den eingestreuten Bäumchen und Gesträuchgruppen (noch so ein Argument, obwohl zu früheren Zeiten der Acker ebenfalls von Sträuchern gesäumt war - vor der Flurbereinigung!). Und erst die Gewerbesteuer (immerhin schreibt der Golfclub nach jahrelangem Rumgeeiere anscheinend endlich schwarze Zahlen - für mich aber auch ein weiteres Argument, daß eine Erweiterung nicht "notwendig" ist)!

Natürlich fanden sich trotz aller Hinweise auf die positiven Seiten eines Golfplatzes ein paar notorische Meckerer (wie ich), die sich nicht damit abfinden wollten, daß sie ihren Sonntagsspaziergang nur noch "zügig" zwischen "Spielbahnen" absolvieren durften (s.links). Denen erklärte man, daß ein Golfplatz viiieeel weniger trink- und grundwasserschädigend sei als ein Acker/Maisfeld/Viehweide. Was nicht schwierig ist, wenn man - wie behauptet wird - die ganze Fläche nach unten mit einer Folie absiegelt. Das hätte man zwar mit dem Acker - zugegebenerweise aufwändig - auch machen können, ganz abgesehen davon, daß man den Bauern bei der BayWa ja ein bißchen Plazebo-Material unter den überdosierten Dünger hätte mischen können, um die Folgeschäden zu verringern, aber der Witz der Sache liegt ganz woanders:

Wenn tatsächlich der Untergrund des Golfplatzes gegen das Eindringen von Schadstoffen abgesperrt wird, dann entspicht das der Versiegelung von ein paar tausend Baugrundstücken, bei denen die Bauwerber (zu Recht) mit allerlei Mitteln dazu genötigt werden, das anfallende Regenwasser an Ort und Stelle versickern zu lassen. Wirklich interessant!

Doch zurück zur Erweiterungsplanung: Müssen wir uns das wirklich gefallen lassen, daß im Interesse von Privatprofit unsere Bewegungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird? Haben wir nicht das Recht, die Natur ungehindert, in Ruhe, zur Entspannung und Erbauung genießen zu dürfen? Nein, ein Golfplatz ist mitnichten besser als ein Maisfeld, egal, wie man zu letzterem stehen mag. Das Maisfeld nötigt mich nicht zur Beschleunigung meiner Schritte, es schießt auch nicht mit Bällen auf mich, und es läßt meinen Erholungsspaziergang nicht zum peinlich berührten Spießrutenlauf zwischen eigens hergefahrenen Zeitgenossen werden, denen nicht das geringste an unserer heimischen Landschaft liegt, jedenfalls weit weniger als denen, die hier aufgewachsen sind oder seit Jahren hier leben. Es nervt vielleicht in der kurzen Zeit, in der die hochgewachsenen Pflanzen einem (an ein paar Stellen) den Blick versperren, aber die Golfspieler, die sich für was besseres halten und uns Spaziergänger nur als Störenfriede ansehen (obwohl eigentlich sie das sind), die nerven weit mehr und fast das ganze Jahr.  

Fazit: hier geht es nicht darum, das "friedliche Miteinander" in Frage zu stellen, oder die Selbstverständlichkeit, daß jeder auf den anderen Rücksicht nehmen und Zugeständnisse machen sollte, nein! Hier geht es schlichtweg darum, daß wir dadurch, daß wir uns mit dem bestehenden Golfplatz einigermaßen abfinden, schon mehr als genügend Zugeständnisse gemacht haben! Es kann schon lange nicht mehr vom "kleinen Finger" die Rede sein, den wir gereicht hätten, damit man uns die ganze Hand nimmt! Es geht vielmehr darum, daß der, der schon die ganze Hand mit vier Fingern hat, "ums Verrecken" auch noch den kleinen Finger haben muß, und zwar nicht für eine "Notwendigkeit" (was auch immer das im Zusammenhang mit einem Golfplatz sein soll), sondern lediglich, weil er den Hals nicht vollkriegen kann. Das hat auch nichts mit Sozialneid zu tun, denn mir tun diejenigen, die das Eintritts- oder Beitrittsgeld für diesen Kinderkram zahlen, bestenfalls leid. Warum hat wohl die Gemeinde Münsing vor einiger Zeit den Erweiterungsplänen des Golfclubs eine klare Absage erteilt?

                         Es geht darum, daß irgendwann das Maß voll ist.

>Beitrag von Uli Diller im Forum

Neue Errungenschaft in Wolfratshausen: Wegweiser für Rundwege im Bergwald. Der "Panorama-Weg" führt über den Neuhaussteig am Golfplatz entlang zum Burgberg. Aber immer schön auf dem Weg bleiben und auf Querschläger achten! Wer meint, der Aufstieg rentiere sich erst richtig, wenn man auf der Hochebene Sonne, Wind und den Blick auf die Berge genießt, hat Pech gehabt: das alles haben andere schon für sich gepachtet. Also immer schön zügig weitergehen....

Vor einer weiteren Sitzung des Bauausschusses habe ich am 07.10.08 eine eMail an Bürgermeister Forster gesendet, in der ich nochmals meine Bedenken erläutert habe (s.links). Eine Antwort darauf gab es nicht, ebensowenig wie auf die mail vom 13.10.08 an die beiden Stadträtinnen von Bündnis 90/Die Grünen (s. rechts) kurz vor der entsprechenden Stadtratssitung.

Stattdessen fand sich am 20.10.08 eine kurze Meldung im Isar-Loisachboten (links), wonach der Stadtrat der Erweiterung einstimmig zugestimmt hat. Auch Untere Naturschutzbehörde und Forstamt hätten keine Einwände gegen die Planung, nach der immerhin neben den landwirtschaftlichen Flächen auch 1,5 ha Wald betroffen sind. Doch damit nicht genug: die Golfplatzbetreiber wollen auch noch 14000 qm städtischen Wald kaufen, sprich unseren Wald. Auch dagegen gibt es offenbar keine Einwände. Man wundert sich, wieso die Stadt sich nicht gleich selbst an irgendwelche Spekulanten verkauft

Zur Information für die, die sowas noch nie gesehen haben (also wahrscheinlich auch für die meisten Stadträte) hier noch der Abschnitt über die Bauleitplanung / Flächennutzungsplan im Baugesetzbuch. Interessant §1 (5) Nr. 3 und 4 und vor allem der Schlußabsatz, wonach landwirtschaftlich oder als Wald genutzte Flächen nur im notwendigen Umfang für andere Nutzungsarten vorgesehen und in Anspruch genommen werden sollen. Notwendig? Golfplatz????

Am 4. Februar 2009 billigt der Bauausschuß die Pläne zur Umwidmung des Flächennutzungsplans - der Artikel in der Süddeutschen Zeitung liest sich abenteuerlich. Die Milchmädchenarithmetik der Ausgleichsflächenverschiebungen ist ein Witz, die Stadt verkauft unseren Wald = unser Naherholungsgebiet an eine handvoll kindischer Balldrescher bzw. die selbigen ausnutzende Geschäftsleute. Wird es einen Shuttleservice für die geben, die nicht in die Ferne schweifen, sondern die hiesige Natur zur Erholung nutzen wollen? Die Ausgleichsflächen liegen nämlich in Degerndorf und Achmühle anstatt in unmittelbarer Umgebung der Stadt. Aufwerten wird der Golfplatzeigner diese vermutlich ebenso wenig, wie er es mit den bisherigen getan hat.

Am 10. Februar 2009 billigt der Stadtrat die Pläne. Allerdings stimmt eine Handvoll "unserer" Stellvertreter gegen die "Verwandlung stadtnaher Natur in künstliches Grün". Besser als Renate Tilke hätte man die einfältige Politik des Stadtrates, die angeblich den Tourismus in Wolfratshausen fördern soll, nicht auf den Punkt bringen können. Wieso einfältig? Weil heutzutage jeder Golfanfänger lieber nach Florida oder in die Türkei fliegt, und weil vom Bergkramer Hof sicher niemand in die unattraktive Loisachstadt herunterkommt, wenn er seinen Porsche Cayenne doch gleich auf der anderen Seite des Berges zum Starnberger See lenken kann, wo das "After-Golf" viel mehr Spaß macht....
Mit Renate Tilke stimmten dankenswerterweise Richard Kugler, Josef Praller, Gabi Reith und Carola Lössl. Auch wenn's nichts nutzt: DANKE!

Die übrigen Stadtratsmitglieder würden gut daran tun, sich spätestens im laufenden Verfahren noch einmal darüber zu informieren, was sie uns wirklich schuldig sind und welche Gesetze sie zu beachten haben.   

Wie sagte ein Nachbar: Münchner Publikum sucht neue Sklaven - Wolfratshauser stellen ihre Kinder zur Verfügung.
So überspitzt könnte man es auch formulieren, aber man muss ja schon dankbar sein, dass Matthias Köpf im Artikel der SZ vom 06.07.10 in einem Untertitel so treffend formuliert, was wir immer schon gesagt haben: Wolfratshausen interessiert keinen, und das Publikum, um das es geht, kommt ganz woanders her. Wir dürfen unsere Erholungsflächen zur Verfügung stellen und anderswo Erholung suchen, und das nun - mit der letzten beantragten Änderung des Flächennutzungsplans -  in noch weit größerem Ausmaß als ursprünglich vorgesehen!

Leserbrief von Markus zum obenstehenden Artikel

Der Artikel bezieht sich auf den neuesten Bauantrag zur Erweiterung des Golfplatzes (siehe unten) und dieser greift wiederum der zweiten Änderung des Flächennutzungsplans vor (die bisher lediglich ausgelegt, aber weder im Bauausschuss noch im Stadtrat behandelt, geschweige denn vom Landratsamt genehmigt ist). Die in dieser Änderung vorgesehene Erweiterungsfläche reicht nun - entgegen den mündlichen Vorbesprechungen! - direkt bis an die Münsinger Straße, und man hat sich nicht mal entblödet, eine Golfbahn mitten in den bestehenden Wald hineinzuroden. Ja geht's noch?? Sind hier mittlerweile alle schon so ruhiggestellt, dass sich keiner mehr wehrt, wenn für 10% der Bevölkerung ein Naherholungsgebiet der Allgemeinheit praktisch komplett aufgegeben wird? Wer hat den Stadtrat bitteschön damit beauftragt? Bei der Auslegung der Änderung im Rathaus konnte man sich selbst davon überzeugen, mit welchen Verrenkungen hier Recht nicht gebogen wird. Tier- und Pflanzenwelt können sich mal eben woanders gruppieren, Sturmschutzwald wird belanglos, ebenso wie geplante Strukturmaßnahmen (Umwandlung in Mischwald, Strukturanreicherung, Waldsaumvegetation etc.). Wird in der Stellungnahme des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zunächst noch darauf hingewiesen, dass landwirtschaftlich geeignete Flächen nur im unbedingt notwendigen Umfang einer anderen Nutzung zugeführt werden dürfen (siehe Auszug aus dem Baugesetzbuch oben), so verschwindet dieser Hinweis später in der Bedeutungslosigkeit! Wo bitte schön ist die Erweiterung eines Golfplatzes für gelegentliche Turniere unbedingt notwendig?
Leben wir tatsächlich in einer Bananenrepublik? Die geplanten Ausgleichsflächen sind für uns ebenso wertlos wie für die Wildtiere, denn sie sind auf vier oder fünf Teilflächen zwischen Wolfratshausen und Achmühle verteilt, die man schlecht gemeinsam aufsuchen kann. Fazit: wir müssen für eine Handvoll Besserverdiener Opfer bringen, und das in einer Zeit, in der die mehrheitlich nicht-golfenden Bevölkerungsteile sich ohnehin immer größerer finanzieller Bedrängnis ausgesetzt finden und immer dringender auf die unmittelbare Naturumgebung der Stadt als Erholungsmöglichkeit angewiesen sind.
Das bezeichnet man als bürgernahe Politik! 

Aber wir werden uns zu gegebener Zeit auf die Festlegung im Begleitschreiben zur Flächennutzungsplanänderung berufen, die da lautet: "Eine Nutzung des Golfgeländes für die Erholungszwecke der Allgemeinheit ist gegenüber den jetzigen Möglichkeiten nicht einzuschränken, insbesondere sind die vorhandenen Wanderwege zwingend zu erhalten."!

>Zunächst erhält die Stadt jedoch unsere Einwände gegen die zweite Änderung des Flächennutzungsplans.
Und Markus hat einen leidenschaftlichen Beitrag im Forum zum Thema verfasst, der gerne weiter kommentiert werden kann!!!
Im September 2010 wird sich der Stadtrat weiter mit der Änderung des Flächennutzungsplans befassen.

Vielleicht führen die Mitglieder desselben sich vorher noch einmal meine Schreiben vom Januar und Oktober 2008 (siehe ziemlich weit oben!!) zu Gemüte, damit sie sich hinterher nicht darauf hinausreden können, es hätte ja keiner was gesagt.....

Am 07. Juli 2010 wurde der (vorgreifende) Bauantrag von Helmut Danhuber im Bauausschuss behandelt. Wer erfreut die Überschrift zum entsprechenden Artikel in der SZ (siehe links) liest, wird aber enttäuscht sein: es handelt sich de facto nur um eine Vertagung aus formellen Gründen.
Neben den im Artikel angeführten - im Flächennutzungsplan naturgemäß nicht erscheinenden - baulichen und geländebaulichen Maßnahmen (darunter Aufschüttungen bis 3,60m Höhe und ein Parkplatz für insgesamt 70 Fahrzeuge) erregte der zu große Flächenanteil der Spielbahnen Anstoß, ebenso die Tatsache, dass die vorgesehenen Baukörper offenbar nicht näher dargestellt waren. Mit dem konkreten Bauantrag tritt jetzt zutage, wie gravierend und im Landschaftsbild erschreckend die Folgen des vorauseilenden Gehorsams der Stadt tatsächlich sein werden. Um es im Klartext zu sagen: es wird uns nicht nur der letzte ruhige Feldweg im Bergwald und den anschließenden Hochflächen genommen, sondern auch das bisher relativ ruhige und beschauliche Fleckchen an der alten Münsinger Straße bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Nicht mehr nur am Bergkramer Hof, sondern auch dort werden künftig zumindest zu Turnierzeiten die Karossen der ungebetenen Großmäuler samt Geschrei, Geschwätz und Gedöns ihrer Eigner den Erholungswert zunichte machen. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, der all das so schön aus der Ferne und vom Sitz der künftigen Benutzer unserer Landschaft geplant hat, wird sich wundern, wieviel von der garantierten uneingeschränkten Nutzbarkeit des vormaligen Erholungsraums noch übrig ist. Und die erstaunlich teilnahmslosen Bürger auch, aber die setzen sich ja bereits jetzt lieber in ihre Autos und fahren zur Erholung in (noch) golffreie Regionen des Oberlands - sofern sie sich Auto und Sprit dafür noch leisten können.
Den Wildtieren sei übrigens gesagt, dass sie sich nicht so aufregen sollen. Nach Ansicht von Rats- und Bauausschussmitglied Roswitha Beyer ist der Golfsport so "ruhig" , dass der Mindestabstand der Bahnen zum Waldrand nicht so wichtig ist. Offenbar haben die, die diesen Mindestabstand erfunden haben, das glatt übersehen.....

Am 21.12.2010 haben wir die Antwort der Stadt auf unseren Einspruch zur Änderung des Flächennutzungsplans erhalten. Das Schreiben ist ein seltsames Gemisch aus Abwiegelung und sich teilweise selbst widersprechenden Äußerungen. Natürlich schließt das Eintreten erheblicher Umweltauswirkungen eine Überplanung des Gebietes nicht aus - solange daraus kein Golfplatz wird. Was wir kritisiert haben und was auch - wie bereits mehrmals dargestellt - den Vorgaben des BauGB widerspricht, ist die Abwägung der Notwendigkeit und der ausgeglichenen Nutzungsmöglichkeiten der Natur für eine eklatante Minderheit einerseits und die Allgemeinheit andererseits. Der Golfplatz gehört eben NICHT zu den Interessen der Allgemeinheit wie z.B. ein Schwimmbad (wenn es nicht gerade ein Spaladin ist) oder ähnliche uneingeschränkt für die breite Bevölkerung nutzbare Einrichtungen. Der Golfplatz ist und bleibt eine Luxusspielwiese mit einem noch dazu im Verhältnis zum "Nutzen" abartigen Flächenverbrauch. Dass die Trennung von Eingriff und Ausgleich zulässig ist, ist eine derart billige Ausrede, dass sie nicht einmal der Stadt Wolfratshausen angemessen ist. Ich kann jederzeit kurz auf den Bergwald laufen, aber eine Pfeifengraswiese in Gelting oder Eurasburg zählt nicht mehr zu unserem Naherholungsbereich. Die Aufgabe von Planungszielen der Stadt wird bestritten, obwohl sie die Stadt im Beschluss vom 10.11.2009 (Punkt 5.2.7) selbst eingeräumt hat. Und was im Planänderungsverfahren nicht aufgegeben wird, erledigen Bauausschuß und Stadtrat im Baugenehmigungsverfahren (z.B. Einhaltung von Pufferstreifen, siehe oben....). Auf die Erhaltung der vorhandenen Wanderwege werden wir jedenfalls ein ganz genaues Auge haben, auch wenn die "gefahrlose" (abgesehen von der belästigungsfreien) Nutzung nach den bisherigen Erfahrungen pures Wunschdenken sein dürfte.....



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